(1657) 6, 15 - 30

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1657

Meine Brüder trügen wie ein Bach, wie das Bett der Bäche, die versickern, die erst trübe sind vom Eis, darin der Schnee sich birgt, doch zur Zeit, wenn die Hitze kommt, versiegen sie; wenn es heiß wird, vergehen sie von ihrer Stätte: Ihr Weg windet sich dahin und verläuft, sie gehen hin ins Nichts und verschwinden. Die Karawanen von Tema blickten aus auf sie, die Karawanen von Saba hofften auf sie; aber sie wurden zuschanden über ihrer Hoffnung und waren betrogen, als sie dahin kamen. So seid ihr jetzt für mich geworden; weil ihr Schrecknisse seht, fürchtet ihr euch. Hab ich denn gesagt: Schenkt mir etwas und bezahlt für mich von eurem Vermögen und errettet mich aus der Hand des Feindes und kauft mich los von der Hand der Gewalttätigen? Belehrt mich, so will ich schweigen, und worin ich geirrt habe, darin unterweist mich! Wie kräftig sind doch redliche Worte! Aber euer Tadeln, was beweist das? Gedenkt ihr, Worte zu rügen? Aber die Rede eines Verzweifelnden verhallt im Wind. Ihr freilich könntet wohl über eine arme Waise das Los werfen und euren Nächsten verschachern. Nun aber hebt doch an und seht auf mich, ob ich euch ins Angesicht lüge. Kehrt doch um, damit nicht Unrecht geschehe! Kehrt um! Noch habe ich Recht darin! Ist denn auf meiner Zunge Unrecht, oder sollte mein Gaumen Böses nicht merken?