(1798) 44, 12 - 27

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1798

Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden. Du verkaufst dein Volk um ein Nichtsund hast mit ihrem Kaufgeld nichts gewonnen. Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn,zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind. Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden,lässt die Völker das Haupt über uns schütteln. Täglich ist meine Schmach mir vor Augen,und mein Antlitz ist voller Scham, weil ich sie höhnen und lästern höreund muss die Feinde und Rachgierigen sehen. Dies alles ist über uns gekommen;und wir haben doch dich nicht vergessen, an deinem Bund nicht untreu gehandelt. Unser Herz ist nicht abgefallennoch unser Schritt gewichen von deinem Weg, dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakaleund bedeckst uns mit Finsternis. Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hättenund unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott: würde das Gott nicht erforschen?Er kennt ja unsres Herzens Grund. Doch um deinetwillen werden wir täglich getötetund sind geachtet wie Schlachtschafe. Wache auf, Herr! Warum schläfst du?Werde wach und verstoß uns nicht für immer! Warum verbirgst du dein Antlitz,vergissest unser Elend und unsre Drangsal? Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube,unser Leib liegt am Boden. Mache dich auf, hilf unsund erlöse uns um deiner Güte willen!