(1868) 88, 12 - 19

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1868

Wird man im Grabe erzählen deine Güteund deine Treue bei den Toten? Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkanntoder deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens? Aber ich schreie zu dir, Herr,und mein Gebet kommt frühe vor dich: Warum verstößt du, Herr, meine Seeleund verbirgst dein Antlitz vor mir? Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf;ich erleide deine Schrecken, dass ich fast verzage. Dein Grimm geht über mich,deine Schrecken vernichten mich. Sie umgeben mich täglich wie Flutenund umringen mich allzumal. Meine Freunde und Nächsten hast du mir entfremdet,und meine Verwandten hältst du fern von mir.