(1957) 137, 1 - 9

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1957

An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten,wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hängten wiran die Weiden dort im Lande. Denn die uns gefangen hielten,hießen uns dort singenund in unserm Heulen fröhlich sein:»Singet uns ein Lied von Zion!« Wie könnten wir des Herrn Lied singenin fremdem Lande? Vergesse ich dich, Jerusalem,so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben,wenn ich deiner nicht gedenke,wenn ich nicht lasse Jerusalemmeine höchste Freude sein. Herr, vergiss den Söhnen Edom nicht, /was sie sagten am Tage Jerusalems:»Reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund!« Tochter Babel, du Verwüsterin,wohl dem, der dir vergilt, was du uns angetan hast! Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmtund sie am Felsen zerschmettert!

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