(2076) 3, 1 - 11

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2076

Des Nachts auf meinem Lager suchte ich,den meine Seele liebt.Ich suchte; aber ich fand ihn nicht. Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehenauf den Gassen und Straßenund suchen, den meine Seele liebt.Ich suchte; aber ich fand ihn nicht. Es fanden mich die Wächter,die in der Stadt umhergehen:»Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?« Als ich ein wenig an ihnen vorüber war,da fand ich, den meine Seele liebt.Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los,bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus,in die Kammer derer, die mich geboren hat. – Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems,bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde,dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört,bis es ihr selbst gefällt. Was steigt da herauf aus der Wüstewie ein gerader Rauch,wie ein Duft von Myrrhe, Weihrauchund allerlei Gewürz des Krämers? Siehe, es ist die Sänfte Salomos;sechzig Starke sind um sie her von den Starken in Israel. Alle halten sie Schwerterund sind geübt im Kampf;ein jeder hat sein Schwert an der Hüftegegen die Schrecken der Nacht. Der König Salomo ließ sich eine Sänfte machenaus Holz vom Libanon. Ihre Säulen machte er aus Silber,ihre Lehnen aus Gold,ihren Sitz mit Purpur bezogen,ihr Inneres mit Ebenholz eingelegt. –Ihr Töchter Jerusalems, kommt herausund seht, ihr Töchter Zions,den König Salomo mit der Krone,mit der ihn seine Mutter gekrönt hatam Tage seiner Hochzeit,am Tage der Freude seines Herzens.