(2081) 6, 1 - 12

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2081

»Wo ist denn dein Freund hingegangen,o du Schönste unter den Frauen?Wo hat sich dein Freund hingewandt?So wollen wir ihn mit dir suchen.« Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten,zu den Balsambeeten,dass er weide in den Gärtenund Lilien pflücke. Mein Freund ist mein und ich bin sein,der unter den Lilien weidet. Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza,lieblich wie Jerusalem,gewaltig wie ein Heer. Wende deine Augen von mir;denn sie verwirren mich.Deine Haare sind wie eine Herde Ziegen,die herabsteigen vom Gebirge Gilead. Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe,die aus der Schwemme kommen;alle haben sie Zwillinge,und keines unter ihnen ist unfruchtbar. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleierwie eine Scheibe vom Granatapfel. Sechzig Königinnen sind esund achtzig Nebenfrauenund Jungfrauen ohne Zahl. Aber eine ist meine Taube, meine Reine;die Einzige ist sie für ihre Mutter,das Liebste für die, die sie geboren hat.Als die Töchter sie sahen, priesen sie sie glücklich;die Königinnen und Nebenfrauen rühmten sie. Wer ist sie, die hervorbricht wie die Morgenröte,schön wie der Mond,klar wie die Sonne,gewaltig wie ein Heer? Ich bin hinabgegangen in den Nussgarten,zu schauen die Knospen im Tal,zu schauen, ob der Weinstock sprosst,ob die Granatbäume blühen. Ohne dass ich's merkte,trieb mich mein Verlangen zu der Tochter eines Fürsten.