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O dass du mein Bruder wärest,der meiner Mutter Brüste gesogen!Fände ich dich draußen, so wollte ich dich küssenund niemand dürfte mich schelten! Ich wollte dich führen und in meiner Mutter Haus bringen,in die Kammer derer, die mich gebar.Da wollte ich dich tränken mit gewürztem Weinund mit dem Most meiner Granatäpfel. Seine Linke liegt unter meinem Haupt,und seine Rechte herzt mich. – Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems,dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört,bis es ihr selbst gefällt. Wer ist sie, die heraufsteigt von der Wüsteund lehnt sich auf ihren Freund?Unter dem Apfelbaum weckte ich dich,wo deine Mutter mit dir in Wehen kam,wo in Wehen kam, die dich gebar. Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz,wie ein Siegel auf deinen Arm.Denn Liebe ist stark wie der Todund Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.Ihre Glut ist feurigund eine Flamme des Herrn, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschenund Ströme sie nicht ertränken können.Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte,so könnte das alles nicht genügen.

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