Afrikanische Union schließt Burkina Faso aus

Afrikanische Union schließt Burkina Faso aus
Nach dem Staatsstreich in Burkina Faso hat die Afrikanische Union (AU) die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes aufgehoben.

Sollten die Putschisten nicht innerhalb von vier Tagen abtreten, droht die Afrikanische Union außerdem mit Sanktionen. Eine entsprechende Resolution verabschiedete der Friedens- und Sicherheitsrat der Organisation am Freitagabend. Soldaten der Präsidialgarde hatten am Mittwoch die Übergangsregierung von Burkina Faso festgenommen und am Donnerstag General Gilbert Diendéré zum neuen Präsidenten erklärt.

Der abgesetzte Präsident Michel Kafando wurde am Freitag freigelassen, Ministerpräsident Isaac Zida blieb aber zunächst unter Hausarrest. Die AU fordert in der Resolution seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Innerhalb von vier Tagen soll die Übergangsregierung wieder eingesetzt werden, andernfalls drohen den Verantwortlichen des Putsches Reise- und Kontosperren.

Mehr zu Burkina Faso
blinder Schüler während dem Unterricht im Klassenraum
Blinde Menschen haben in Teilen der Welt keine Möglichkeit, Lesen und Schreiben zu lernen. Dabei gibt es die Blindenschrift Braille schon seit fast 200 Jahren. Ingrid Felber-Bischof erzählt davon, wie Bibelgesellschaften in Afrika helfen.
Ende April war unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erstmals gezielt eine Kirche angegriffen worden.
Nach zwei Anschlägen auf Christen wächst im westafrikanischen Burkina Faso die Furcht vor weiteren Terrorakten von Islamisten.

Die Übergangsregierung von Präsident Kafando war an die Macht gekommen, nachdem der langjährige Präsident Blaise Compaoré im Oktober 2014 durch Bürgerproteste gestürzt wurde. Die Soldaten der Präsidialgarde, die hinter dem jüngsten Putsch stecken, sind überwiegend Anhänger des vor einem Jahr gestürzten Präsidenten Compaoré. Am 11. Oktober hätten in dem westafrikanischen Land Wahlen stattfinden sollen.

Unterdessen haben die Präsidenten von Senegal und Benin, Macky Sall und Thomas Boni Yayi, in der Hauptstadt Ouagadougou mit Vermittlungsgesprächen begonnen. Bei Protesten gegen die neue Militärregierung und den selbsternannten Nationalrat wurden seit Mittwoch mindestens drei Menschen getötet und Dutzende verletzt.