Irakische Christen wollen aus Essen ins Sauerland umziehen

Irakische Christen wollen aus Essen ins Sauerland umziehen
Die syrisch-katholische Gemeinde in Essen plant einen ungewöhnlichen Umzug. Die aus dem Irak stammenden rund 250 Mitglieder der Gemeinde prüfen den Umzug in die für ihre vorbildliche Flüchtlingspolitik bekannte sauerländische Stadt Altena, wie die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen am Donnerstag mitteilte.

Mit dem Umzug soll die Integration der zugewanderten Familien in Deutschland erleichtert werden. Am Wochenende informierten sich die Migranten in Altena über die dortigen Wohn-, Arbeits- und Lebensmöglichkeiten. Am kommenden Sonntag wollen die Flüchtlingsfamilien in einer Gemeindeversammlung abschließend entscheiden, wer ins Sauerland umzieht. Der Bürgermeister von Altena hatte wiederholt um Flüchtlinge geworben, um die Einwohnerzahl zu halten. Die Stadt hat in den vergangenen zehn Jahren fast 10.000 Einwohner verloren.

Mehr zu Flüchtlingspolitik
Delegierte im Plenum der EKD-Synode 2023 in Ulm
Bei der Synode der evangelischen Kirche steht das Werben um den Glauben im Mittelpunkt. Am ersten Tag gab es klare Worte zu Antisemitismus und zur Asyldebatte. Für Kontroversen sorgte eine mögliche Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs.
Schild mit der Aufschrift Â"Asyl"
Auch angesichts überlasteter Kommunen fordert Migrationsforscher Stefan Luft "einen klaren Schnitt" in der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik: Das individuelle Asylrecht müssen von dem Modell fest vereinbarter Kontingente abgelöst werden.

In Essen beklagten die Mitglieder der syrisch-katholischen Gemeinde eine mangelnde Integration durch fehlenden Kontakt zu den deutschen Nachbarn. "Die Integration in einer Kleinstadt gelingt besser als in einer Großstadt, weil man in viel engerem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung steht", sagte Rudi Löffelsend, Vorstandsmitglied der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen. In Essen seien die Bedingungen immer schwieriger geworden, weil die Stadt seit Ende vergangenen Jahres von irakischen und syrischen anerkannten Flüchtlingen geradezu überrannt worden sei.