Diakonie kritisiert Armuts- und Reichtumsbericht

Diakonie kritisiert Armuts- und Reichtumsbericht
Die Diakonie hat der Bundesregierung Schönfärberei im Armuts- und Reichtumsbericht vorgeworfen. "Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht tauchen nur sehr verdeckt auf", kritisierte der evangelischen Sozialverband anlässlich einer Expertenanhörung am Dienstag in Berlin. Die Befunde zu Kinderarmut, Wohnungsnot und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts würden darin nicht systematisch aufgearbeitet.

Die Diakonie forderte einen unabhängigen Sachverständigenrat aus Betroffenen, Sozialpartnern, Wissenschaft und Verbänden, der die Armutsentwicklung in Deutschland begutachten und der Bundesregierung wesentliche wirtschaftliche Empfehlungen geben solle. Dadurch werde der Armuts- und Reichtumsbericht "mit der Expertise zu versehen, die für das Thema angemessen ist", betonte der Verband.

Arbeitslosigkeit und Sozialleistungsbezug hätten zwar abgenommen, "aber die relative Armut hat in den letzten Jahren zugenommen. Die reichsten Haushalte haben einen immer größeren Anteil am Gesamteinkommen, das in Deutschland erwirtschaftet wird. Die ärmsten Haushalte bekommen immer weniger ab", sagte Diakonievorstand Maria Loheide.

Mehr zu Armutsbericht
Vorstellung des Kinderarmutberichts
Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Eine Mehrheit der Deutschen ist unzufrieden mit der Bekämpfung der Ursachen. Die Bundesfamilienministerin hofft auf Abhilfe durch die Kindergrundsicherung.
Demo der Kampagne #IchBinArmutsbetroffen
14 Millionen Menschen in Deutschland sind von Armut betroffen. Viele von ihnen haben sich vor einem Jahr unter dem Hashtag "ichbinarmutsbetroffen" zu Wort gemeldet. Einige machen weiter, andere haben sich aus Angst zurückgezogen.