Indonesischer Theologe sieht religiöse Vielfalt als Chance

Indonesischer Theologe sieht religiöse Vielfalt als Chance
Der indonesische Theologe Darwin Lumbantobing hat Pluralismus als Chance zur Zusammenarbeit zwischen Religionen, ethnischen Gruppen und Nationen bezeichnet. Fundamentalisten würden Vielfalt allerdings oft als Bedrohung wahrnehmen.

"Pluralismus, auch Pluralismus in religiösen Dingen, muss nicht per se als Bedrohung gesehen werden", sagte der leitende Geistliche der evangelischen Kirche "Huria Kristen Batak Protestan" am Dienstag vor der rheinischen Landessynode in Bad Neuenahr. Bedrohlich sei Vielfalt jedoch oft aus der Sicht religiöser Fundamentalisten.

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Gut verständliche  Theologie öffentlich predigen
Eine öffentliche und verständliche Theologie der Religionen könne zur "Produktivkraft" einer Gesellschaft werden und dem Fundamentalismus entgegenwirken. Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in Dresden.

"Fundamentalisten gibt es in jeder Religion - unter uns Christen, bei den Muslimen und in anderen Religionen", betonte Darwin Lumbantobing. "Sie interpretieren die Bibel nicht richtig und nicht vollständig." Der Theologe warb auch für eine Offenheit der Religionen gegenüber der Gesellschaft. "Wir müssen die Gesellschaft einbinden, uns der Gesellschaft öffnen", sagte er. Die lutherische Kirche in Indonesien ist eine Partnerkirche der Evangelischen Kirche im Rheinland, ihr gehören mehr als vier Millionen indonesische Christen an.