Jung: Kirche muss "digitaler Verrohung" entgegenwirken

Jung: Kirche muss "digitaler Verrohung" entgegenwirken
Der evangelische "Medienbischof" Volker Jung hat es als Aufgabe der Kirchen bezeichnet, der "digitalen Verrohung" im Internet entgegenzuwirken. Wenn es nicht gelinge, die heutigen Möglichkeiten der Kommunikation und die persönliche Begegnung gut aufeinander zu beziehen, "dann werden wir Freiheit und Teilhabe verlieren anstatt gewinnen", sagte Jung.

Gegen entwürdigende Hass-Botschaften in sozialen Netzwerken oder irreführende "Fake-News" sollten die Kirchen die "Kommunikation von Mensch zu Mensch" stärken, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident am Donnerstagabend auf einer Tagung der landeskirchlichen EKHN-Stiftung in Frankfurt am Main.

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Tastatur mit Taste namens Hass
Eine Studie über Hass im Internet ergibt: Es ist mehr Schutz für die Betroffenen nötig und finanzielle Konsequenzen für die Plattformen. Zwei Drittel der jungen Befragten berichteten über ihre Erfahrungen mit dem Phänomen.
Holger Sievert ist Professor für Kommunikation in Köln und erforscht seit ein paar Jahren den Stand der Digitalisierung evangelischer Landeskirchen und Gemeinden. Im Podcast erzählt er, was er in seinen verschiedenen Studien herausgefunden hat.

Jung forderte die Nutzer von sozialen Netzwerken dazu auf, die Digitalisierung im Bewusstsein ihrer Gefahren zu gestalten. "Medien müssen den Menschen dienen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt. Mit der Teilhabe an der Kommunikation, die Barrieren zwischen den Kontinenten überschreite, werde auch weltweit der "Wunsch nach Teilhabe an den übrigen Gütern des Lebens geweckt", gab er zu bedenken: "Das muss politisch gestaltet werden."