Diakonie-Präsident: Parteien nehmen soziale Themen ernster

Der Praesident der Diakonie Deutschland Ulrich Lilie im Gespräch

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Diakonie-Präsident: Parteien nehmen soziale Themen ernster
Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, geht davon aus, dass bei der Bildung der künftigen Bundesregierung soziale Themen eine größere Rolle als bislang spielen. Er erwarte, dass es auf diesem Feld in den nächsten Koalitionsverhandlungen "vernünftige Weichenstellungen" gebe, sagte Lilie dem Kölner Bistumssender domradio.de. Auch in den Fernsehdiskussionen zur bevorstehenden Bundestagswahl habe sich gezeigt, dass soziale Themen an Relevanz gewonnen hätten.

"Ich glaube schon, dass den Parteien völlig klar ist, dass der soziale Friede und der soziale Ausgleich in unserem Land ein Erfolgsfaktor auch für das Wirtschaftswunder Deutschlands ist und dass sie bereit sind, viel dafür zu tun, um diesen Zusammenhalt weiter zu gewährleisten", betonte der Diakoniechef. Diese Einsichten seien "quer durch die Parteien" vorhanden.

Nach Ansicht des Lilies gibt es "zunehmend ungleiche Lebensverhältnisse in unseren Regionen". Städte, denen es finanziell gutgehe, kümmerten sich mehr um die Belange von Notleidenden als Kommunen, die weniger Geld hätten. "Wir haben regional ganz unterschiedliche Bedingungen und die gehen immer weiter auseinander. Ich halte das für ein sozialpolitisches Thema erster Ordnung", betonte der Theologe.

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Der Präsident des Diakonie-Bundesverbandes, Ulrich Lilie, beklagt den derzeitigen Stillstand in der Politik vor allem mit Blick auf soziale Probleme. "Drängende Fragen hängen in der Warteschleife - etwa die Zukunft der Pflege", sagte Lilie.