Baugenehmigung für Erfurter Moschee

Baugenehmigung für Erfurter Moschee
Der erste Neubau einer Moschee in Thüringen kann beginnen. Die Stadt Erfurt habe den Bauantrag der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat für ein Grundstück im Ortsteil Marbach genehmigt, sagte Ahmadiyya-Sprecher Suleman Malik am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Über die Details der Genehmigung wie auch über mögliche Auflagen wollte die Gemeinde am Freitagabend informieren. Der ursprüngliche Bauantrag sah ein acht Meter hohes Zierminarett und eine Kuppel mit einem Radius von drei Metern vor.

Gegen den Bau in einem Gewerbegebiet im Norden der Thüringer Landeshauptstadt hatte es seit Bekanntwerden der Baupläne im Mai 2016 zum Teil heftigem Widerstand gegeben. So wurden auf dem vorgesehenen Grundstück Teile von Tierkadavern abgelegt und in unmittelbarer Nähe mehrere Holzkreuze errichtet. Seit Anfang März 2017 trat ein Bündnis "Bürger für Erfurt" in Erscheinung, hinter dem auch Nazi-Funktionäre und die AfD stecken sollen.

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Der Ortsteil Marbach gilt in der Frage des Moscheebaus als gespalten. Der Bundesvorsitzende der Glaubensgemeinschaft, Abdullah Uwe Wagishauser, hatte in der Vergangenheit betont, dass die Gemeinde viel Unterstützung erfahre. Auch die beiden großen Kirchen und die Jüdische Landesgemeinde hatten sich für den Bau der Moschee ausgesprochen.

Die Ahmadiyya-Gemeinde ist seit 1922 aktiv und gilt als älteste muslimische Gemeinde Deutschlands. Ihre rund 40.000 Mitglieder sind auf etwa 220 Gemeinden verteilt. Es gibt bereits mehr als 50 Moscheen. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat versteht sich als Reformbewegung innerhalb des Islams. Hessen hat der Ahmadiyya-Gemeinde 2013 den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts verliehen. Hamburg vollzog diesen Schritt 2014.