Diakonie protestiert mit Käfigen gegen Wohnungsnot in Düsseldorf

Die Diakonie Düsseldorf protestiert mit "Wohnkäfigen" gegen die Wohnungsnot.

Foto: epd-bild/Hans-Jürgen Bauer

Mit zwei Quadratmeter großen "Wohnkäfigen" protestiert die Diakonie Düsseldorf gegen die bestehende Wohnungsnot in der NRW-Landeshauptstadt.

Diakonie protestiert mit Käfigen gegen Wohnungsnot in Düsseldorf
Mit "Wohnkäfigen" protestiert die Diakonie Düsseldorf seit Montag vor der zentral gelegenen evangelischen Johanneskirche in der City gegen die bestehende Wohnungsnot in der NRW-Landeshauptstadt.

"Wir appellieren an die Wohnungswirtschaft und die Verwaltung, jährlich wenigstens 50 preisgünstige Kleinwohnungen für Wohnungslose zu schaffen", sagte Diakoniepfarrer Thorsten Nolting zum Auftakt der bis einschließlich Freitag terminierten Aktion. Die zwei Quadratmeter großen Wohnkäfige inklusive Schlafsäcken und einfachen Holzliegen sollten zeigen, "in welche Richtung es gehen kann, wenn der Wohnungsmarkt sich so weiterentwickelt", warnte Nolting.

In Hongkong und Tokio sowie in anderen asiatischen Metropolen gibt es nach Angaben der Diakonie bereits solche engen Behausungen für Bedürftige. Wohnen heiße aber auch, einen privaten Raum zu haben, betonte Clarissa Schruck, Sachgebietsleiterin bei der Düsseldorfer Diakonie. Auch in der reichen Stadt Düsseldorf werde "der Wohnraum für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen immer knapper", beklagte Schruck. Die Diakonie mahnte daher für die NRW-Landeshauptstadt auch eine Wohnraum-Schutzsatzung gegen die Umwandlung von Miet- in Ferienwohnungen oder in Gewerberaum an.

Mehr zu Wohnen
Familie am Tisch
Die meisten Menschen in Deutschland leben für sich. Immer mehr Menschen jedoch suchen inzwischen nach alternativen Wohnformen, wie zum Beispiel dem Mehrgenerationenwohnen. Ein Konzept, das für eine Familie aus Weyern perfekt ist.
Baustelle für staatlich geförderte Wohnungen
Das Bündnis "Soziales Wohnen" hat ausrechnen lassen, was es den Staat kostet, überhöhte Mieten für einkommensschwache Haushalte zu übernehmen. Mehr Sozialwohnungen wären besser, andernfalls profitieren die Vermieter, kritisiert das Bündnis.

Die Aktion findet im Rahmen des 20-jährigen Bestehens der Diakonie-Fachberatungsstelle "Horizont" für Menschen ohne Wohnung in Düsseldorf statt. Deren Mitarbeiter führten im vergangen Jahr laut Schruck rund 2.150 Beratungsgespräche. Es sei gelungen, viele hundert Personen in eigenen Wohnungen unterzubringen, andere in "Trainingswohnungen" oder auch "Start-Up-Apartements".