Papst sieht Parallelen zwischen Abtreibung und NS-Euthanasie
Papst Franziskus zieht Parallelen zwischen der Abtreibung behinderter Embryos und der NS-Praxis zur Vernichtung sogenannten unwerten Lebens.
"Im vergangenen Jahrhundert hat sich die ganze Welt über das aufgeregt, was die Nationalsozialisten machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen", sagte er am Samstag im Vatikan bei einem Treffen mit einem Forum italienischer Familienorganisationen.
Ärzte rieten heute offenbar Schwangeren, Embryos mit Behinderungen abzutreiben, sagte der Papst in seiner frei gehaltenen Ansprache. Um für ein "ruhiges Leben" zu sorgen, würden Leben ausgelöscht. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, stellte Franziskus die rhetorische Frage, warum in der Öffentlichkeit keine kleinwüchsigen Menschen zu sehen seien. "Weil das Protokoll vieler Ärzte sagt, der wird nicht gut, schicken wir ihn weg."
Mehr zu Abtreibung
Die Evangelische Kirche will Abtreibung weitgehend entkriminalisieren. Das gefällt konservativen Christen nicht. Im obersten Kirchenparlament wird darüber heftig debattiert.
Bei der Synode der evangelischen Kirche steht das Werben um den Glauben im Mittelpunkt. Am ersten Tag gab es klare Worte zu Antisemitismus und zur Asyldebatte. Für Kontroversen sorgte eine mögliche Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs.
Franziskus sorgte bereits mehrfach mit NS-Vergleichen für Aufsehen. So brachte er etwa im April vergangenen Jahres Flüchtlingslager mit KZs in Verbindung.