Minister kritisiert Kampagne gegen erste christlich-muslimische Kita

Minister kritisiert Kampagne gegen erste christlich-muslimische Kita
Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat eine anonyme Flugblatt-Kampagne gegen die erste christlich-muslimische Kindertagesstätte in Gifhorn scharf kritisiert.

"Es kann nicht sein, dass nunmehr auch schon Kinder instrumentalisiert werden, um perfides und widerliches Gedankengut in die Welt zu tragen", sagte Tonne am Donnerstag in Hannover. Die Kita in Gifhorn stehe "für all das, was wir uns gesellschaftlich wünschen: nämlich für Toleranz, für ein Miteinander, für einen Dialog auch zwischen den Religionen". Der Minister forderte zu Solidarität auf.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Planungskomitees der Kita, Martin Wrasmann, werden bereits seit Mai am Rande von kirchlichen Festen wie Fronleichnam oder Christi Himmelfahrt in Gifhorn anonyme Faltblätter verteilt. Die Flyer enthielten unter anderen aus dem Kontext gerissene Äußerungen von Politikern über den türkischen Islam-Verband Ditib. Auf den ersten Blick wirkten die Flugblätter wie eine Werbung für die Kita "Abrahams Kinder". Allerdings würden die Leser mit dem Zusatz "überlegen Sie sich genau, wem sie ihre Kinder anvertrauen" aufgefordert, Begriffe wie "Islamismus" zu googeln.

Kürzlich seien die Schreiben auch während der Gottesdienste in der evangelischen und katholischen Kirche ausgelegt worden, sagte Wrasmann. Der Trägerkreis der im August eröffneten Kita wolle nun Anzeige erstatten.

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