Meckel und Däubler-Gmelin bei Leipziger Lichtfest

Lichterfest in Leipzig mit Predigt von letzten Außenminister der DDR, Markus Meckel.

LTM Punctum/Kober

Das Lichtfest erinnert an die entscheidende Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig und findet auf dem zentralen Augustusplatz statt, in diesem Jahr zum zehnten Mal.

Meckel und Däubler-Gmelin bei Leipziger Lichtfest
Mit dem traditionellen Dreiklang aus Friedensgebet, Rede zur Demokratie und Lichtfest begeht Leipzig auch in diesem Jahr das Gedenken an den 9. Oktober 1989.

Die Predigt beim Friedensgebet in der Nikolaikirche werde der letzte Außenminister der DDR, Markus Meckel (SPD), halten, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Leipzig mit. Die Rede zur Demokratie an gleicher Stelle hält die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Das Lichtfest findet im Anschluss auf dem zentralen Augustusplatz statt, in diesem Jahr zum zehnten Mal. Kernstück ist den Angaben nach eine knapp einstündige künstlerische Inszenierung mit Musik, Videoeinspielungen und von fünf Schauspielerinnen vorgetragenen Textpassagen von Zeitzeuginnen. Das Bühnenprogramm wurde in diesem Jahr ausschließlich von Frauen gestaltet. Zum Abschluss formieren die Besucher traditionell aus Tausenden Kerzen eine gigantische 89.

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25 Jahre "Friedliche Revolution"
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Wie in den Vorjahren orientiert sich die Gestaltung des Festes den Veranstaltern zufolge auch in diesem Jahr an einem zentralen Schlagwort der friedlichen Revolution. Das diesjährige Thema "Partizipation" nehme dabei unter anderem Bezug auf die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland vor rund 100 Jahren. Das Motto des Festes laute "ich. wir. die" und setze sich mit den Kategorien Individuum, Staat und Volk auseinander, hieß es weiter.

Das Lichtfest erinnert an die entscheidende Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig. Von der Nikolaikirche aus zogen mehr als 70.000 Menschen über den Innenstadtring und protestierten gegen das SED-Regime. Das Datum gilt als wichtige Wegmarke der friedlichen Revolution in der DDR. Wenige Wochen später fiel die Mauer.