US-Studie: Viele junge Erwachsene gehen auf Distanz zur Kirche

Kirche in Amerika

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Amerikaner, die als Jugendliche regelmäßig in die Kirche gehen, wenden sich zwischen 18 und 22 zumindest vorübergehend von der Kirche ab.

US-Studie: Viele junge Erwachsene gehen auf Distanz zur Kirche
Zahlreiche protestantische Christen in den USA, die als Jugendliche am Gemeindeleben teilnehmen, gehen einer Studie zufolge als junge Erwachsene zumindest zeitweilig auf Distanz zur Kirche.

Hauptgründe seien veränderte Lebensumstände, ein mangelndes Gefühl der Verbundenheit zur Gemeinde und abweichende Ansichten zu sozialen oder politischen Fragen, hieß es in der Erhebung des evangelikalen Instituts LifeWay Research. "Protestantische Kirchen erleben, wie die kommende Generation im jungen Erwachsenenalter fortbleibt", zitierte der baptistische Informationsdienst "Baptist Press" am Mittwoch (Ortszeit) den Forschungsdirektor von LifeWay, Scott McConnell.

Für die Studie befragte das in Nashville im US-Staat Tennessee ansässige Institut 2.002 US-Amerikaner im Alter zwischen 23 und 30 Jahren. Zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten, die als Jugendliche regelmäßig in die Kirche gegangen seien, hätten sich zwischen 18 und 22 zumindest vorübergehend von der Kirche entfernt, hieß es.

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Die Erhebung müsse protestantischen Kirchen Sorgen machen, erklärte der bei LifeWay für Jugendarbeit zuständige Experte Ben Trueblood. Offenbar seien die Erfahrungen mit Religion im Jugendalter nicht ausreichend, um junge Erwachsene dazu zu bewegen, eine Verbindung zur Kirche aufzubauen. Gemeinden müssten strategisch denken und sich mehr um junge Menschen im Übergangsalter kümmern.