Gründungsdirektor der Johannes-a-Lasco-Bibliothek ist tot

Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek

© epd-bild/Jens Schulze

Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek

Gründungsdirektor der Johannes-a-Lasco-Bibliothek ist tot
Der frühere Vorstand der evangelischen Stiftung Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden, Walter Schulz, ist tot. Der ehemalige Pastor starb bereits am Freitag nach langer Krankheit im Alter von 63 Jahren, wie seine Familie bekannt gab.

Die Trauerfeier ist für den 4. April in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek geplant. In einer selbstverfassten Traueranzeige hatte der Gründungsdirektor der Bibliothek noch zu Lebzeiten die Öffentlichkeit dazu eingeladen.

Schulz wurde 1955 in Nordhorn geboren. Er studierte Evangelische Theologie in Bielefeld-Bethel, Heidelberg, Münster und Kampen in den Niederlanden. 1985 wurde er zunächst Vikar und später Pastor für die evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Carnum und Woltzeten in Ostfriesland. Der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer, Martin Heimbucher würdigte die Initiative und Tatkraft des Theologen. Die Stadt Emden und die reformierte Kirche verdankten ihm eine bedeutende theologisch-wissenschaftliche und kulturelle Einrichtung. "Das bleibt sein Verdienst."

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1991 wurde Schulz mit einer Pfarrstelle für die Emder Bibliothek beauftragt, deren Grundbestand auf die seit 1559 bestehende Büchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurückgeht. 1995 wurde die Bibliothek nach dreijähriger Bauzeit in den Ruinen der 1943 durch Bomben zerstörten Großen Kirche in Emden unter der Leitung von Walter Schulz wiedereröffnet. Sie trug fortan den neuen Namen Johannes-a-Lasco-Bibliothek. Unter Experten gilt sie als die weltweit wichtigste Sammlung zum reformierten Protestantismus.

Wegen der desolaten finanziellen Situation der Bibliotheks-Stiftung wurde Schulz im Herbst 2008 entlassen. Die Bibliothek musste ein Jahr lang schließen und konnte nur dank einer Rettungsaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am 1. Februar 2010 wiedereröffnen.