Hessen will Therapien gegen Homosexualität verbieten lassen

Konversionstherapien zur Behandlung von homosexuellen Menschen

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Konversionstherapien zur Behandlung von homosexuellen Menschen werden verboten, da sie falsch und sogar gesundheitsgefährdend sind.

Hessen will Therapien gegen Homosexualität verbieten lassen
Die hessische Landesregierung will sogenannte Konversionstherapien zur Behandlung von homosexuellen Menschen gesetzlich verbieten lassen.

Eine entsprechende Bundesratsinitiative hat das schwarz-grüne Kabinett in Wiesbaden beschlossen, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag bekanntgab. "Homosexualität ist keine Erkrankung und deshalb auch in keiner Weise behandlungsbedürftig", sagte er. Der Antrag für die Länderkammer in Berlin trägt die Überschrift "Akzeptanz und Wertschätzung statt Pathologisierung und Diskriminierung: Menschen in ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität stärken - Konversionstherapien verbieten".

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Klose zufolge wollen die Länder Berlin, Bremen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein in der kommenden Woche gleichlautende Beschlüsse fassen, um die Initiative dann als Antrag mehrerer Länder für die Bundesratssitzung am 12. April einzubringen. Der hessische Sozialminister betonte, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität seien Wesensmerkmale eines Menschen und keine Entscheidung. Die Konversionstherapien zur "Behandlung" von Homosexualität seien nach Ansicht von psychologischen Fachverbänden und der Bundesärztekammer sogar gesundheitsgefährdend. Deshalb sei die Bundesratsinitiative auch im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen in Hessen verabredet worden, sagte Klose.