Sockel des neuen Potsdamer Garnisonkirchturms fertig

Sockel des neuen Potsdamer Garnisonkirchturms fertig
Der Sockel des neuen Potsdamer Garnisonkirchturms mit seiner biblischen Inschrift ist fertiggestellt. Der Bibelvers "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens" sei in fünf Sprachen in die Sandsteinplatten gemeißelt worden, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Montag in Potsdam mit. Der Abschluss der Montage der Platten wurde am Osterwochenende gefeiert.

Die neue Sockelinschrift ruft in englischer, französischer, deutscher, polnischer und russischer Sprache zum Frieden auf. Während der weiteren Bauzeit soll der Großteil der Inschrift mit Holzplatten vor möglichen Beschädigungen durch das Baugeschehen geschützt werden, hieß es. Teile der russischen und der polnischen Inschrift sollen durch Plexiglasfenster geschützt werden und damit sichtbar bleiben.

Die frühere evangelische preußische Militärkirche wurde bei einem Luftangriff auf den Potsdamer Hauptbahnhof Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Ein erhaltener Raum im Turm wurde in der DDR bis in die 60er Jahre weiter für Andachten genutzt. 1968 wurde der Kirchturm gesprengt, die Kirchenruine wurde abgerissen. Der neue Garnisonkirchturm wird seit Oktober 2017 errichtet.

Mehr zu Garnisonkirche
Garnisonkiche in Potsdam
Die Kapelle im neuen Potsdamer Garnisonkirchturm soll im Frühjahr eröffnet werden. Die Indienstnahme und Widmung der Nagelkreuzkapelle im Erdgeschoss des Bauwerks sei am Ostermontag geplant, teilte Pfarrer Jan Kingreen mit.
Ansicht der Baustelle beim Potsdamer Garnisonkirchtum
Die Debatte über den neuen Potsdamer Garnisonkirchturm hält nach der Kritik des Bundesrechnungshofs an. Gegner des Turmbaus haben nun erneut einen Förderstopp vom Bund gefordert und warnen vor hohen Defiziten beim Turmbetrieb.

Der Wiederaufbau ist vor allem wegen der Geschichte der Barockkirche unter anderem in der NS-Zeit und wegen der aus rechtsgerichteten Bundeswehrkreisen Westdeutschlands stammenden Initiatoren des Vorhabens umstritten. Die Initiatoren haben sich vor einigen Jahren im Streit mit der evangelischen Kirche aus dem Projekt zurückgezogen. Trägerin des Wiederaufbaus ist die 2008 gegründete kirchliche Garnisonkirchenstiftung, die den neuen Turm für Friedens- und Versöhnungsarbeit nutzen will.