Studie: Geschlechtergerechte Sprache genauso lesbar wie Unisex-Texte

Studie: Geschlechtergerechte Sprache genauso lesbar wie Unisex-Texte
Texte in geschlechterbewusster Sprache sind einer Studie der TU Braunschweig zufolge genauso verständlich wie Texte, die nur eine Geschlechtsform verwenden.

Die Psychologen Marcus Friedrich und Elke Heise legten Studierenden per Zufall verschiedene Versionen eines Stromliefervertrages vor, wie sie am Dienstag mitteilten. In einem Text stand beispielsweise "Kunde", "Kontoinhaber" oder "er". Die Stellen wurden in einer anderen Version systematisch durch Beidnennungen wie "Kunde oder Kundin" ersetzt. Bei einer anschließenden Befragung hätten die rund 350 Versuchspersonen die Verständlichkeit der Texte als gleich eingestuft.

Mehr zu Gleichstellung
Ehepaar mit Hund am Tisch
Im Augenblick wird viel die feministische Forderung diskutiert, die Ehe abzuschaffen. Was ist davon zu halten, auch aus christlicher Sicht? Laut dem Ethik-Kolumnisten Alexander Maßmann müssen wir mehr über häusliche Gewalt sprechen.
Powerfrau
Die Frauenquote ist ein Streitthema der Politik. Am Weltfrauentag wurde recht wenig über das Thema berichtet. Wird die Quote auch als unfair kritisiert, meint unser Ethik-Autor Alexander Maßmann, dass de facto oft eine Männerquote herrscht.

Die aktuelle Studie entkräfte die Auffassung, das sogenannte generische Maskulinum, mache Texte einfacher und verständlicher, hieß es weiter. Beim "generischen Maskulinum" werden ausschließlich männliche Formen verwendet, wenn sowohl Männer als auch Frauen gemeint sind. Es sei bereits in Studien belegt, dass die Verwendung allein männlicher Formen bei den Lesenden vor allem Vorstellungen von Männern hervorruft. Wenn ein Text hingegen sowohl männliche als auch weibliche Formen oder neutrale Formen aufweise, rufe dies deutlich ausgewogenere Vorstellungen von Männern und Frauen hervor.