© epd-bild / Andreas Schoelzel
Der Liedermacher und einstige DDR-Bürgerrechtler Stephan Krawczyk gestaltet als Zeitzeuge die Feier mit.
Mit dem Thesenanschlag im Oktober 1517 traf Martin Luther eine weitreichende Entscheidung. Er traf sie in Berufung auf sein moralisches Gewissen und gegen staatliche und kirchliche Autoritäten – so begann die Reformation. Tun, was nötig ist – davon ließen sich die Reformatoren an der Schwelle zur Neuzeit leiten. Sie protestierten gegen falsche Machtstrukturen für einen befreienden Glauben.
Mit Stephan Krawczyk und "Fridays for Future"
500 Jahre später versammelten sich Menschen in Ostberlin, Dresden und Leipzig, um gegen das DDR-Regime zu protestieren. Friedlich: mit Kerzen und Gebeten. Auch die Friedliche Revolution von 1989 richtete sich gegen die uneingeschränkte Macht der Autoritäten. Davon erzählen wird der Liedermacher Stephan Krawczyk. Er erhielt 1985 aufgrund seiner kritischen Lieder in der DDR Berufsverbot. Im Januar 1988 wurde er und noch 120 andere Bürgerrechtler während einer Demonstration verhaftet.
Heute gehen Jugendliche auf die Straße, um mit "Fridays for Future" ein Zeichen zu setzen. Seit mehr als einem Jahr demonstrieren sie weltweit für den Umweltschutz und die Rettung unserer Erde. Auch sie kommen im Gottesdienst zum Reformationsfest zu Wort, den die ARD aus der Gethsemanekirche im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg überträgt. Das Gotteshaus war zur Wendezeit ein Hauptversammlungsort für Proteste gegen das SED-Regime.
Wie erfolgreich ist friedlicher Protest?
Wie erfolgversprechend ist friedlicher Protest wirklich? Es braucht immer wieder den Mut Einzelner. Heute bei den Freitagsdemonstrationen, vor 30 Jahren, als die Mauer fiel und vor 500 Jahren bei Luthers Thesenanschlag. Der Reformationsgottesdienst aus der Gethsemanekirche geht der Frage nach, was jeder Einzelne von uns braucht, um mutig zu sein und Veränderungen zu wagen. Und dabei auf Hoffnung zu setzen.
Den Gottesdienst halten Pfarrerin Jasmin El-Manhy und Pfarrer Tobias Kuske (Predigt und Liturgie). Für die musikalische Gestaltung sorgen Oliver Vogt (Orgel), Christiane Rosiny, Anna Steinkogler (Harfe), Anna Schorr (Klavier) und Clemens Hoffmann (Saxophon).
Der Gottesdienst am Reformationstag, 31. Oktober, in der Berliner Gethsemanekirche, Stargarder Str. 77, beginnt um 10 Uhr. Wer vor Ort mitfeiern möchte, sollte spätestens um 9.30 Uhr in der Kirche sein, da von 10 Uhr an gesendet wird. Der Gottesdienst wird live von der ARD übertragen.