Evangelische Kirche kritisiert Festsetzung der "Sea-Watch 4"

Evangelische Kirche kritisiert Festsetzung der "Sea-Watch 4"
Die evangelische Kirche kritisiert die Festsetzung des deutschen Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch 4" in Palermo als humanitäres Armutszeugnis.

Die Maßnahme diene offenkundig der konsequenten Verhinderung von Rettungsoperationen im Mittelmeer, sagte der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Rekowksi, am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Düsseldorf.

"Das Seenotrettungsschiff, das alle Sicherheitsvorgaben erfüllt, soll an der Durchführung der nach wie vor notwendigen Rettungsaktionen im Mittelmeer gehindert werden", rügte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. "Das ist ein humanitäres Armutszeugnis und widerspricht den Werten, für die die EU einst den Friedensnobelpreis bekam."

Nach einer Inspektion der italienischen Hafenkontrolle ist die "Sea-Watch 4" in Palermo festgesetzt worden. "Elf Stunden lang suchten die Inspektoren nach der Nadel im Heuhaufen - und fanden einmal mehr absurde Gründe, um uns festzusetzen", erklärte die Organisation Sea-Watch in der Nacht zum Sonntag auf Twitter. Das ehemalige Forschungsschiff "Sea-Watch 4" wurde vom Bündnis "United4Rescue" finanziert, das von der EKD initiiert wurde.

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