Bedford-Strohm: Bei Seenotrettung kann jeder etwas tun"

Heinrich Bedford-Strohm in der Flussschifferkirche in Hamburg am 03.12.19 zur Spendensammlung für ein Seenotrettungsschiff

© epd-bild/Philipp Reiss

Heinrich Bedford-Strohm sprach in der Flussschifferkirche in Hamburg am 03.12.19 zur Spendensammlung für das Seenotrettungsschiff. Jetzt warb er erneut vor Hamburgs Kreativbranche für den Einsatz für die Seenotrettung.

Bedford-Strohm: Bei Seenotrettung kann jeder etwas tun"
Mit dem Aufruf, die Seenotrettung im Mittelmeer zu unterstützen, hat sich der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, für das Bündnis United4Rescue eingesetzt. Stellvertretend wurde ihm eine Auszeichnung der Kreativbranche gewidmet.

Mit deutlichen Worten hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Donnerstagabend in Hamburg zum Einsatz für die Seenotrettung im Mittelmeer aufgerufen. "Jeder kann etwas tun, auch kleine Aktionen helfen", sagte der bayerische Landesbischof in der Flussschifferkirche im Hafen. Das Thema der geflüchteten Menschen, die im Mittelmeer ertrinken, müsse noch sichtbarer werden. Gemeinsam mit Michael Schwickart, Vorstand des Bündnisses "United4Rescue", warb er auf einer Veranstaltung der Kreativbranche.

Michael Schwickart, Vorsitzender von United4Rescue.

Bedford-Strohm forderte eine sofortige humanitäre Lösung: "Es geht hier um Menschen." Die Pandemie habe Europa gezeigt, "dass massive Krisen nur zu bewältigen sind, wenn Mitgefühl, Solidarität, kurz: Menschlichkeit mobilisiert werden kann", sagte er. Das müsse nun auch bei der Seenotrettung und Aufnahme der Geretteten in Europa möglich werden.

©epd-Video /Die "Sea-Watch 4" hat am Sonntag vor der libyschen Küste knapp hundert Menschen aus Seenot gerettet. Quelle: Matthias Pabst, Thomas Lohnes (ekn)

"Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, sondern müssen unsere Wut in Energie umwandeln", sagte Schwickart und bezog sich auf die Festsetzung der "Sea-Eye 4" in der vergangenen Woche. Das Rettungsschiff war im Hafen von Palermo auf Sizilien festgesetzt worden. Es ist neben der "Sea-Watch 4" das zweite Bündnisschiff von United4Rescue. Die "Sea-Eye 4" war seit Mai auf ihrem ersten Einsatz und hat nach Angaben der Organisation Sea-Eye bisher 408 Menschen aus Seenot gerettet.

Die Flussschifferkirche in Hamburg.

Anlass war die Verleihung des "ADC-Kreativawards" an die Agentur Philipp und Keuntje für die Kampagne "Drowned Requiem", die sie zur Spendensammlung für United4Rescue entwickelt hatte. Agenturchef Bernhard Fischer-Appelt widmete Bedford-Strohm die Auszeichnung und überreichte ihm die Urkunde auf der Flussschifferkirche.

Mehr zu Seenot
orangener Rettungsring an Schiffsgeländer
Erneut wurden Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind mehrere Boote in Not. Das Mittelmeer sei zu einem "Massengrab" geworden, sagen Seenotretter.
Migranten aus Eritrea, Libyen und dem Sudan sitzen in einem Holzboot
Mehr als 180 Organisationen und Initiativen haben zum Weltflüchtlingstag eine lückenlose Aufklärung des Bootsunglücks vor der griechischen Küsten mit mutmaßlich Hunderten Toten gefordert.