EKD-Synode startete mit Fernsehgottesdienst

Der Magdeburger Dom

© epd-bild/Steffen Schellhorn

Die Herbsttagung der 13. EKD-Synode in Magdeburg wird mit einem Gottesdienst im Magdeburger Dom eröffnet, der um 9.30 live im ZDF übertragen wird.

Eröffnung im Magdeburger Dom
EKD-Synode startete mit Fernsehgottesdienst
Heute beginnt die Herbsttagung der 13. EKD-Synode in Magdeburg. Offiziell eröffnet wurde die Kirchentagung mit einem Gottesdienst im Magdeburger Dom, der live im ZDF übertragen wurde und im Stream der Mediathek zu sehen war.

Was hilft uns dabei, zu guten Entscheidungen zu kommen? Diese Frage ist umso wichtiger, wenn es um Themen geht, die nicht nur das eigene Leben, sondern auch das von anderen betreffen. Dem ging der Gottesdienst nach, der die Herbsttagung der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland eröffnete.

Ab 9.30 Uhr übertrug das ZDF die etwa einstündige Zeremonie live im Fernsehen und im Stream in der Mediathek. Im Gottesdienst wurde der Blick auf ein Ensemble allegorischer Figuren gerichtet. Auf dem Kanzeldeckel der Kirche stehen sie symbolisch für Glaube, Hoffnung, Liebe, Demut, Tapferkeit und Umsicht. Wie wäre es, wenn wir uns bei weitreichenden Entscheidungen an diesen Tugenden orientieren würden?

Für die Musik sorgten der Magdeburger Kantatenchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Tobias Börngen und Barry Jordan an der Orgel. Ein Saxophon-Solist ergänzte den Gottesdienst stimmungsvoll und leitete die Predigt des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und des Friedensbeauftragten der EKD, Friedrich Kramer, ein. Dieser sprach über die Herausforderungen, die Entscheidungen mit sich bringen und dass es uns im schlimmsten Fall zerreißen kann. Kramer plädierte dafür transparent und offen miteinander um Beschlüsse zu ringen und einander zuzuhören.

Weiter verwies Kramer auch auf die Armen in der Welt, die keine Möglichkeiten haben Entscheidungen zu treffen und deshalb auf unsere Stimmen angewiesen sind. Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich, las die Seligpreisungen aus Matthäus 5, die laut Kramer eine Hilfestellung bei wichtigen Entscheidungen im Leben sein können. 

Die gesamte Predigt können Sie hier nachlesen:

Die EKD-Synode tagt vom 6. bis zum 9. November in Magdeburg. Auf der Agenda des Treffens steht vor allem das Thema der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Außerdem wird der Klimawandel und die Rolle der Kirche die Synodalen beschäftigen.

Parallel zur EKD-Synode kommen auch die Delegierten der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK) zusammen. Seit 2009 tagen die Kirchenparlamente von Lutheranern und Unierten sowie die EKD-Synode örtlich und zeitlich verbunden sowie personell verzahnt.

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Stichwort: Evangelische Kirche in Deutschland

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist die Gemeinschaft der 20 evangelischen Landeskirchen in der Bundesrepublik mit rund 19,7 Millionen Protestanten. Wichtigste Leitungsgremien sind die EKD-Synode mit 128 Mitgliedern, die Kirchenkonferenz mit Vertretern der Landeskirchen sowie der aus 15 ehrenamtlichen Mitgliedern bestehende Rat. Ratsvorsitzende ist die westfälische Präses Annette Kurschus.

Die EKD wurde 1945 als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen ins Leben gerufen. Die einzelnen Landeskirchen sind selbstständig, die EKD koordiniert jedoch das einheitliche Handeln. Ihre Aufgaben liegen vor allem bei Fragen der öffentlichen Verantwortung der Kirche und bei den Beziehungen zu den Partnerkirchen im Ausland. Zudem ist die EKD zuständig für die Herausgabe der Lutherbibel und des Gesangbuchs. Sie veröffentlicht regelmäßig Denkschriften zu ethischen, sozialen, politischen und theologischen Themen.

Die Teilung Deutschlands hatte 1969 auch für die evangelische Kirche eine organisatorische Trennung zur Folge. Nach der politischen Wiedervereinigung schlossen sich 1991 die evangelischen Kirchen in Ost- und Westdeutschland wieder zusammen. Anfang 2007 wurde eine Strukturreform wirksam, die auf eine enge Verzahnung der Organe und Dienststellen von EKD und konfessionellen Zusammenschlüssen der Lutheraner und Unierten abzielt. Seit 2009 tagen daher EKD-Synode, die lutherische Generalsynode und die Vollkonferenz der unierten Kirchen zeitlich und personell verzahnt am gleichen Ort.

Stichwort: Konfessionelle Bünde in der EKD

Unter dem Dach der EKD gibt es zwei konfessionelle Bünde: In der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sind sieben lutherische Landeskirchen mit zusammen rund acht Millionen Gläubigen verbunden. Die Union Evangelischer Kirchen (UEK) wird von zwölf Landeskirchen gebildet, zu denen mehr als zehn Millionen Christen gehören. Diese überwiegend unierten Kirchen gingen aus dem Zusammenschluss reformierter und lutherischer Kirchen im 19. Jahrhundert in Preußen und anderen deutschen Ländern hervor. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist Mitglied in beiden Bünden.

Seit einigen Jahren verzahnen die EKD und die beiden konfessionellen Zusammenschlüsse ihre Organe und Dienststellen miteinander, um Kräfte zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. Das sogenannte Verbindungsmodell wurde 2007 wirksam. Seit 2009 tagen die Kirchenparlamente von Lutheranern und Unierten sowie die EKD-Synode jeweils örtlich und zeitlich verbunden sowie personell verzahnt. Auf der Synode 2016 stimmten die Delegierten auch für die Zusammenführung der drei Kirchenämter in Hannover.

Eine Vertiefung der gemeinsamen theologischen Arbeit soll überdies zu einer stärkeren evangelischen Profilierung führen, ohne die Bekenntnisunterschiede zwischen lutherischen, reformierten und unierten Christen in Deutschland zu verwischen. Die Vereinbarungen betreffen die Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung zwischen den Kirchenbünden zum Beispiel in den Bereichen Theologie, Liturgie und Ökumene sowie Rechtsangleichungen wie bei den Pfarrdienstgesetzen.