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Rüdiger Schuch wird neuer Präsident der Diakonie ab Januar 2024.
Rüdiger Schuch wird Präsident der Diakonie Deutschland. Der 54 Jahre alte Theologe aus Westfalen folgt zum 1. Januar nächsten Jahres auf Ulrich Lilie, der mit 66 Jahren in den Ruhestand geht, wie die Diakonie am Dienstag in Berlin mitteilte. Schuch ist seit 2020 Beauftragter der evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung in Nordrhein-Westfalen. Zuvor stand er sieben Jahre lang an der Spitze der Evangelischen Perthes-Stiftung, einem diakonischen Träger in Westfalen
Die Entscheidung für Schuch fällten der Aufsichtsrat des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Angaben zufolge jeweils einstimmig. "Mit Rüdiger Schuch bekommt die Diakonie Deutschland einen Präsidenten, der profunde Kenntnisse und Erfahrungen in Diakonie, Kirche und politischer Arbeit mit Leidenschaft für diakonische Anliegen verbindet", sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Beate Hofmann, Bischöfin der kurhessischen Kirche.
Die EKD-Ratsvorsitzende und westfälische Präses Annette Kurschus sagte, Schuch bringe "kirchliche Positionen klar und pointiert in den politischen Diskurs ein".
Die Diakonie Deutschland mit Sitz in Berlin fungiert als Dachorganisation des evangelischen Wohlfahrtsverbandes und vertritt dessen Interessen im politischen Raum. Gemeinsam mit "Brot für die Welt" bildet die Diakonie Deutschland das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung. Für das Werk sind in Berlin sowie in den Außenstellen im In- und Ausland etwa 800 Beschäftigte tätig.
Lilie ist seit 2014 Diakonie-Präsident. Der Präsident der Diakonie Deutschland nimmt die Leitung der Diakonie Deutschland zusammen mit der Vorständin für Sozialpolitik, Maria Loheide, und Jörg Kruttschnitt wahr, der im Vorstand für Finanzen, Personal und Recht zuständig ist.
Bundesweit sind rund 600.000 Hauptamtliche in etwa 5.000 diakonischen Unternehmen beschäftigt. Zur evangelischen Wohlfahrt gehören etwa 33.000 stationäre und ambulante Dienste wie Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Sozialstationen, Wohngruppen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Angebote für Suchtkranke und Obdachlose sowie Beratungsstellen. In diesem Jahr begeht der evangelische Wohlfahrtsverband sein 175-jähriges Bestehen.
Zur Person: Rüdiger Schuch
Der 54-jährige Theologe Rüdiger Schuch wird als Nachfolger von Ulrich Lilie zum 1. Januar 2024 Präsident der Diakonie Deutschland. Seit Januar 2020 vertritt er als Leiter des Evangelischen Büros in Düsseldorf die Interessen der drei evangelischen Landeskirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe bei Landtag und Landesregierung.
Schuch wurde am 12. Dezember 1968 in Dortmund geboren. Er studierte in Bochum, Tübingen und Wuppertal Theologie und machte sein Vikariat in Wuppertal und Ahaus, anschließend war er Gemeindepfarrer in Hagen und Iserlohn.
Von 2006 bis 2013 stand Schuch als Superintendent an der Spitze des Kirchenkreises Hamm. Von 2014 bis 2019 war er Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Perthes-Stiftung, einer großen diakonischen Einrichtung mit Sitz in Münster.
Der künftige Präsident der Dachorganisation der evangelischen Wohlfahrt arbeitete auch als Dozent an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin. Er erwarb zudem Qualifikationen in Personalführung, Organisationsstruktur und Betriebswirtschaft. Schuch ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.