"Wer fromm ist, muss auch politisch sein"

Heinrich Bedford-Strohm Demonstrationen von"Fridays for Future"

© epd-bild/Theo Klein

Heinrich Bedford-Strohm auf einer Demonstration von "Fridays for Future" am 20.09.2019 in München. Der ehemalige Ratsvorsitzende ruft zu politischem Engagement auf, denn "Christentum bedeute, dass die Gottesliebe nie von der Nächstenliebe zu trennen ist."

Bedford-Strohm über Nächstenliebe
"Wer fromm ist, muss auch politisch sein"
Für den bayerischen evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gehört politisches Engagement zur Christenpflicht.

"Wer fromm ist, muss auch politisch sein", sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag). "Jesus hat gesagt: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst." Christentum bedeute, "dass die Gottesliebe nie von der Nächstenliebe zu trennen ist".

Bedford-Strohm betonte, viele Aspekte menschlicher Not hätten auch politische Ursachen: "Diese anzugehen, gehört genauso zu unserem Auftrag, wie die Symptome zu bekämpfen."

Mit Blick auf die umstrittenen Aktionen der Klimabewegung "Letzte Generation" sagte der evangelische Theologe: "Wir brauchen diese kompetenten Aktivisten, die ein tolles Engagement zeigen, in der Politik; als Motoren der politischen Veränderung." Er wünsche sich, "dass solche Leute in den Parteien aktiv sind und massiv darauf hinwirken, dass man kapiert, dass noch nicht ausreicht, was gegenwärtig passiert", sagte Bedford-Strohm, der auch Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen ist.

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