Friedensglocke nach Idee von "Paddy" Kelly eingeweiht

Einweihnungsgottesdienst der Friedensglocke in Mainz

© Nicole Weisheit-Zenz

Der Festgottesdienst der evangelische Kirchengemeinde im Mainzer Stadtteil Lerchenberg weihte die aus Kriegsschrott gegossene Friedensglocke und den eigens für sie gebauten Glockenturm ein.

Symbol aus Kriegsschrott
Friedensglocke nach Idee von "Paddy" Kelly eingeweiht
Mit einem Festgottesdienst hat die evangelische Kirchengemeinde im Mainzer Stadtteil Lerchenberg am Montagabend eine aus Kriegsschrott gegossene Friedensglocke und den eigens für sie gebauten Glockenturm eingeweiht.

Das Projekt "Peacebell" geht auf eine Initiative des irisch-amerikanischen Sängers Michael Patrick "Paddy" Kelly zurück. Der Künstler und Friedensaktivist, ehemaliges Mitglied der Folk-Gruppe "The Kelly Family", hatte 2018 genau 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ebenfalls in Mainz eine erste "Friedensglocke" präsentiert.

Diese zeigt er seither bei seinen Konzerten und auf zahlreichen Ausstellungen. Mit dem Kunstprojekt will Kelly daran erinnern, dass in den beiden Weltkriegen mehr als 150.000 Kirchenglocken zugunsten der Rüstungsindustrie eingezogen und zu Waffen und vor allem zu Munitionshülsen umgegossen worden waren.

Bereits ein Jahr nach Fertigstellung der ersten "Peacebell" fasste die evangelische Kirchengemeinde auf dem Mainzer Lerchenberg den Beschluss, ebenfalls eine Friedensglocke in Auftrag zu geben.

Der Stadtteil ist überregional als Sitz des ZDF bekannt. Ein eigens gegründeter Förderverein ermöglichte die Finanzierung. In der evangelischen Maria-Magdalena-Kirchengemeinde auf dem Lerchenberg gab es den Angaben zufolge vorher keine Glocke. Zwei Friedensglocken von Kelly gibt es nach Angaben seines Kunstverlags "artstar" mittlerweile in Koblenz und Wien.

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