Schuster von Aiwangers Umgang mit Vorwürfen irritiert

 Josef Schuster

© Christophe Gateau/dpa

"Ich vermisse bisher bei Hubert Aiwanger eine wirkliche innere Auseinandersetzung mit den Vorwürfen und seinem Verhalten zur Schulzeit", beklagt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Zentralrat der Juden
Schuster von Aiwangers Umgang mit Vorwürfen irritiert
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat in der Causa Aiwanger Verständnis für die Entscheidung von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder geäußert, zeigt sich aber irritiert über den Umgang von Söders umstrittenen Stellvertreter Hubert Aiwanger mit den Vorwürfen gegen ihn.

Zur Erklärung des bayerischen Landeschefs Söder vom Sonntag, derzufolge der CSU-Politiker den Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Amt belässt, erklärte zwar Zentralratspräsident Schuster am Montag, "in der Gesamtbetrachtung ist die Entscheidung des Ministerpräsidenten für mich nachvollziehbar". Zugleich äußerte Schuster aber deutliche Kritik an Aiwanger.

"Der Umgang von Hubert Aiwanger mit den Vorwürfen bleibt irritierend", so Schuster am Montagmittag und verweist auf Aiwangers Äußerungen, Opfer in der Affäre zu sein: "Immer wieder betonte er eine politische Kampagne gegen ihn als Person und konnte sich erst spät zu einer Entschuldigung durchringen." Schuster vermisse zudem bei dem umstrittenen bayrischen Landespolitiker "eine wirkliche innere Auseinandersetzung mit den Vorwürfen und seinem Verhalten zur Schulzeit".

In der Affäre um das antisemitische Flugblatt, das bei Aiwanger in dessen Schulzeit gefunden worden war und nun wieder von Medien aufgegriffen wurde, bestreitet der Freie-Wähler-Politiker, der Verfasser zu sein. Auf Wahlkampfveranstaltungen und anderen Erklärungen verwies Aiwanger darauf, Opfer einer Kampagne und Ziel von Medien zu sein.

 

Auf Söders mit einem Ultimatum versehene Aufforderung, 25 Fragen zu dem Sachverhalt von damals zu beantworten, war Aiwanger am Wochenende eingegangen, hatte aber in einigen Antworten darauf verwiesen, dass er sich nicht mehr an jene Vorgänge zu seiner Schulzeit erinnern könne. Das Flugblatt soll sein Bruder verfasst haben. 

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