UN-Nothilfekoordinator warnt vor Zusammenbruch der Hilfe für Gaza

UN-Nothilfekoordinator warnt vor Zusammenbruch der Hilfe für Gaza

Der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths fürchtet katastrophale humanitäre Folgen einer israelischen Militäroffensive auf Rafah. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gaza-Streifens, deutlich über eine Million Menschen, sei in Rafah zusammengedrängt und habe den Tod vor Augen, hieß es in einer Erklärung Griffiths vom Dienstagabend. Die Menschen hätten kaum zu essen, so gut wie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, keinen Platz zum Schlafen und keinen sicheren Ort, an den sie sich flüchten könnten.

Humanitäre Hilfe sei ohnehin schon kaum noch zu leisten, betonte Griffiths. Eine Militäroffensive in Rafah könnten die humanitären Operationen nun an die "Schwelle des Todes" bringen.

Weit mehr als eine Million Palästinenserinnen und Palästinenser sind den UN zufolge aus anderen Teilen des Gaza-Streifens vor der israelischen Armee nach Rafah im Süden geflohen. Israel hat angekündigt, auch in Rafah einzumarschieren, um dort versteckte Hamas-Anführer aufzuspüren und die Strukturen der militanten Gruppe zu zerstören.

Die Militäroffensive im Gaza-Streifen ist eine Reaktion auf den Terroranschlag der Hamas auf Israel vom 7. Oktober, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und über 250 verschleppt wurden. Nach UN-Angaben, die sich auf Zahlen des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums berufen, sind seither mehr als 100.000 Zivilistinnen und Zivilisten verletzt oder getötet worden oder werden vermisst.