Hilfswerk fordert bessere psychologische Hilfe für Flüchtlingskinder

Minderjährige Flüchtlinge

Foto: dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Hilfswerk fordert bessere psychologische Hilfe für Flüchtlingskinder
Das Kinderhilfswerk "Terre des hommes" fordert eine bessere psychologische Versorgung syrischer Flüchtlingskinder.

"Seit 2011 sind rund zweieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche aus Syrien geflüchtet. Nicht alle sind traumatisiert, aber ein Großteil. Diese Kinder brauchen dringend psychologische Hilfe", sagte Vorstandssprecher Jörg Angerstein der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) aus Anlass einer Demonstration von mehr als 20 Hilfsorganisationen an diesem Donnerstag vor dem Bundestag in Berlin.

"Terre des hommes" geht davon aus, dass allein in Deutschland bis zu 40.000 syrische Kinder therapeutische Hilfe benötigen. Auch Lehrer müssten speziell qualifiziert werden, betonte Angerstein: "Es ist wichtig, dass Lehrer verstehen, warum sich ein Kind zum Beispiel aggressiv verhält oder sehr zurückgezogen ist." Wer nicht geschult sei, könne ein solches Verhalten fehlinterpretieren.

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In der Studie "Das ist nicht das Leben" berichten Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsheimen in ihren eigenen Worten, Bildern und Fotos über ihre Lebensrealität. So entstand ein anrührendes Zeugnis aus ihrer Gedankenwelt.
Arash T. Riahi gelingt es, geflüchteten Kindern eine Stimme zu geben, um für ihre Not zu sensibilisieren. Er erzählt die Geschichte von Oskar und Lilli ganz aus Sicht der Geschwister, ohne dabei in einen anklagenden Ton zu verfallen.

Deutsche Hilfsorganisationen wollten am Donnertag in Berlin zum sechsten Jahrestag des Syrienkriegs darauf aufmerksam machen, dass weiterhin etwa fünf Millionen Menschen in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten ausharren müssen. Unter dem Motto "Uns sind die Hände gebunden" appellieren sie an die internationale Gemeinschaft, humanitären Zugang zu ermöglichen und die Einhaltung des Völkerrechts zu garantieren.