Seehofer: Islamkonferenz soll praktische Integrationsfragen klären

Horst Seehofer
Seehofer: Islamkonferenz soll praktische Integrationsfragen klären
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will in der neu konzipierten Deutschen Islamkonferenz vor allem über Toleranz und konkrete Integration reden.

"Wir wollen uns künftig weniger über theoretische  und wissenschaftliche Fragen austauschen, sondern vielmehr praktische Fragen der Integration besprechen", sagte Seehofer der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montag). Es solle stärker darum gehen, wie das alltägliche Miteinander am Arbeitsplatz oder in Sportvereinen funktioniere.

"Wir wollen konkret besprechen, was vor Ort einen toleranten Umgang miteinander auf allen Seiten ausmacht und wie dieser gefördert werden kann", sagte der Innenminister. Er habe über seinen pragmatischen Ansatz bereits mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, geredet. Gespräche mit den anderen islamischen Dachverbänden seien geplant.

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Navid Kermani
Der Schriftsteller Navid Kermani begrüßt das Bestreben liberaler Muslime in Deutschland, einen eigenständigen Dachverband zu gründen. "Es ist gut, wenn die Muslime eine Stimme erhalten, die sich nicht von den Verbänden vertreten fühlen", sagte Kermani.
Muslime in Deutschland
Zum Auftakt der Deutschen Islam Konferenz hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Rechte und Pflichten muslimischer Bürger betont. "Muslime gehören zu Deutschland", sagte er bei der Konferenz am Mittwoch in Berlin.

Die Deutsche Islamkonferenz soll in der zweiten Novemberhälfte erstmals in neuer Besetzung zusammenkommen. Die bekannten islamischen Vereine sollen künftig weniger dominant vertreten sein, auch weil sie nur eine Minderheit der Muslime in Deutschland vertreten. Der für die Islamkonferenz zuständige Staatssekretär im Innenministerium, Markus Kerber, hat auch angekündigt, es sollten mehr Gesprächsformate für deutsche Muslime geschaffen werden.